25 Jahre Landestourismusverband Sachsen - Stolzer Blick zurück, volle Kraft voraus

ein Bericht von Flinke Feder aus Dresden

1479202302_1.jpg

Die Tourismusregion Sächsische Schweiz wird auch vom LTV Sachsen weltweit beworben. © Canaletto Fotografie

Die touristische Entwicklung Sachsens ist eine der Erfolgsgeschichten der deutschen Einheit. 25 Jahre nach der Wiedervereinigung hat sich die Zahl der Gäste im Reiseland mehr als verdreifacht. An diesem Erfolg hat der Landestourismusverband Sachsen e.V., LTV SACHSEN, mit seinen Mitgliedern einen großen Anteil. Anlässlich seines 25-jährigen Jubiläums trafen sich heute über 200 Macher und Wegbegleiter des sächsischen Tourismus in Dresden, blickten zurück und voraus. Zu den Ehrengästen zählten Ministerpräsident Stanislaw Tillich MdL, Wirtschaftsminister Martin Dulig MdL und Sozialministerin Barbara Klepsch MdL.

Bilanz: 25 Jahre Tourismus in Sachsen

Seit 1990 hat sich der Tourismus in Sachsen dank stabiler Nachfrage zu einem stabilen Wirtschaftsfaktor entwickelt. Zwischen 1993 und 2015 hat sich die Zahl der Übernachtungen in gewerblichen Betrieben weit mehr als verdoppelt – von knapp 7 auf knapp 19 Mio. Auch im Ausland wird Sachsen immer beliebter. Die Zahl der Übernachtungen von internationalen Gästen stieg im gleichen Zeitraum von 0,5 auf 1,9 Millionen. Das entspricht einem Plus von 252 Prozent! Der Umsatz ist auf 7,4 Mrd. Euro gestiegen. Heute erwirtschaften 200.000 Beschäftigte im Tourismus 5,5% unseres Bruttosozialproduktes.

Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler MdL, zugleich Präsident des LTV SACHSEN, hat am 14.11.2016 anlässlich der Festveranstaltung zum 25. Jahrestag der Gründung die Bedeutung des Verbandes hervorgehoben:

„25 Jahre LTV SACHSEN – das sind 9.132 Tage, an denen der LTV SACHSEN aktiv an der positiven Entwicklung des Tourismus im Freistaat mitgewirkt hat. Der Verband ist Interessenvertreter für die Mitglieder und Anwalt für die Gäste. Er ist Brückenbauer zwischen Wirtschaft, Verwaltung und Politik, zwischen Kommunen und Unternehmen.“

Entwicklungsperspektiven und Werte

Um die Erfolgsgeschichte des Tourismus fortzuschreiben, werde der LTV SACHSEN auch in den kommenden Jahren gebraucht. Der Bedarf an landesweiter Koordinierung und Kommunikation sei unvermindert groß.

„Mit realistischen Blick in die Zukunft ist festzuhalten, dass das Ende der rein quantitativen Wachstumsspirale erreicht scheint. Höher, schneller, weiter sind für sich allein keine Optionen mehr. Zukünftig stehen Strategien zur Marktsicherung im Mittelpunkt. Gäste entscheiden sich heute für Dienstleistungen, die ihren tieferen Sehnsüchten entsprechen. Es geht um Werte, Kreativität und Gemeinschaftsgefühl. Die Zukunft bedeutet, seinen regionalen Dialekt zu pflegen und gleichzeitig Hochdeutsch und ein gutes Englisch zu sprechen.“

Rößler unterstrich die Rolle des Tourismus als Botschafter für Freiheit und Frieden, Respekt und Toleranz. „Dazu gehört auch eine sprichwörtliche sächsische Gastfreundschaft, die für Verachtung oder gar Hass keinen Raum lassen darf! Wir Sachsen stehen für Gastfreundschaft.“

25 Jahre Tourismus in Sachsen und 25 Jahre LTV SACHSEN stehen für langjähriges, oft auch persönliches Engagement.

Anlässlich des Jubiläums stiftete der Verband erstmalig eine Medaille „für herausragendes Engagement“. Die Ehrenmedaille wird als Zeichen der Anerkennung und Würdigung des besonderen Engagements beim Aufbau und der Entwicklung des Tourismus in Sachsen verliehen. Zehn Medaillen wurden vom Dresdner Peter-Götz Güttler angefertigt. Sie zeigen wechselnd Sehenswürdigkeiten aus ganz Sachsen.

Verliehen wurden die Ehrenmedaillen an:

Thomas Müller, Vorstandsvorsitzender Deutsches Jugendherbergswerk Landesverband Sachsen e. V.
Seit Gründung des Landesverbandes Sachsen des Deutschen Jugendherbergswerkes engagiert sich Thomas Müller als Geschäftsführer, ab 2006 als Vorstandsvorsitzender für den Verband. Mit Erfolg. Dieser ist besonders der intensiven inhaltlichen Arbeit zuzuschreiben. Hervorzuheben ist sein Beitrag zur Gründung des Forums der Jugendübernachtungsstätten Sachsen, das sich mit der Zukunft der investiven und qualitativen Entwicklung der Häuser auseinandersetzt.

Prof. Dr. Holm Große, Oberbürgermeister Bischofswerda
Von 2002 bis 2015 war Prof. Holm Große als Geschäftsführer des TV Oberlausitz-Niederschlesien und der neu gegründeten Marketing-Gesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien tätig. In dieser Zeit verantwortete er das Marketing in der Region.
Er war dabei stets Netzwerker - in der Region, im Land sowie grenzübergreifend. Die Lausitz, die sorbische Kultur, die Industriekultur, aber auch Zusammenarbeit mit Polen und Tschechien, wie die touristische Route Via Sacra sind nur wenige Beispiele dafür.

Jochen Löbel, Direktor Hotel Lugsteinhof Altenberg
Seit 1994 arbeitet Jochen Löbel als Direktor im Lugsteinhof in Zinnwald-Georgenfeld. Er lebt Netzwerke und Kooperationen, wie z.B. seit 2002 den Wirtestammtisch Altenberg, dessen Sprecher er ist. Löbel arbeitet intensiv mit den Kollegen jenseits der Grenze zusammen. So hat er bereits 2007 die Wochen der tschechischen Küche ins Leben gerufen. Bereits zum 19. Mal fanden in diesem Jahr erzgebirgisch-sächsische Spezialitätenwochen statt. Über 300 Auszubildende aus Tschechien haben ein Praktikum in seinem Haus absolviert.

Thomas Jahn, Direktor IFA Schöneck Hotel und Ferienpark
Seit 1993 ist Thomas Jahn Direktor des Hotels und Ferienparks. Dabei hat er sich nicht nur für sein Unternehmen eingesetzt, sondern immer auch für andere Unternehmer und das Zusammenspiel in der Reiseregion. Beispielhaft dafür stehen unter anderem sein Engagement in der IHK Chemnitz, im Vorstand des Tourismusverbandes Vogtland und im Fachausschuss Tourismuspolitik des LTV SACHSEN. Seit 2010 widmet er sich intensiv der Erschließung des tschechischen Marktes. Inzwischen kommen 18 Prozent der Hotelgäste aus Tschechien, 14 Prozent seiner 140 Mitarbeiter ebenso.

Reinhart Franke, Bürgermeister Weinböhla a. D.
1990 wurde Reinhart Franke zum Bürgermeister in Weinböhla gewählt. Diesem Wahlsieg sollten weitere folgen, so dass er bis 2015 25 Jahre in dem Amt tätig war.
Als Vorsitzender der Arbeitsgruppe Tourismus des Sächsischen Städte- und Gemeindetages e.V. und Mitglied im Landesbeirat Kur- und Erholungsorte Sachsen setzte er sich viele Jahre für die Entwicklung des Tourismus ein. Auch im LTV SACHSEN engagierte sich Reinhard Franke im Vorstand sowie im Fachausschuss Tourismuspolitik. Er vereint in seiner Person langjähriges, kommunalpolitisches und tourismuspolitisches Wirken.

Uta Windisch, MdL a. D. und Vorstandsmitglied Verein Landurlaub in Sachsen e.V.
1994 in den Sächsischen Landtag gewählt, engagierte sie sich 16 Jahre als tourismuspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion. Während dieser Zeit führte sie als Vorsitzende die Geschicke des Vereines Landurlaub in Sachsen e.V. und war in dieser Funktion auch im Vorstand des LTV SACHSEN aktiv. Sie hat sich stets für die touristische Entwicklung im ländlichen Raum stark gemacht, inspirierte mit Ideen und Anregungen die Akteure bei der Projektentwicklung und Umsetzung. Ihr Credo war stets Erfahrungen aus dem Alltag und der Praxis in die Politik zu tragen.

Dr. Björn Dorer, Vorstandsmitglied des Sächsischen Heilbäderverbandes e. V.
1983 verschlug es Björn Dorer an das Forschungsinstitut für Balneologie und Kurorte-Wissenschaft nach Bad Elster ins Vogtland. Hier war er als Experte für natürliche Heilmittel und Kurorte-Entwicklung aktiv und übernahm 1990 die Leitung des Institutes. Mit einem interdisziplinären Team gelang es ihm maßgeblich an der Entwicklung der Kurortegesetzgebung in Ostdeutschland mitzuwirken und viele Orte auf ihrem Weg zur Prädikatisierung zu begleiten. Er ist bis heute Mitglied des Vorstands und Beirats des Sächsischen Heilbäderverbandes e.V. und wichtiger Ratgeber für die Entwicklung des Kur- und Bäderwesens.

Tilo Unger, Familienunternehmer Hotel Blauer Engel Aue
1991 stieg Tilo Unger als Pächter das Hotels Blauer Engel in Aue mit 80 Mitarbeitern ein und machte aus dem Haus ein erfolgreiches Familienunternehmen.
Er engagierte sich in der Region. Als Anfang der 90er Jahre der Fremdenverkehrsverband „Tor zum Erzgebirge“ e.V. gegründet wurde, wurde Unger zum Vorsitzenden des ersten regionalen Tourismusverbandes in Sachsen gewählt. Er vereinte Unternehmen aus Hotel- und Gastwirtschaft mit Kommunen.
Zum 31. Mai dieses Jahres übergab er die Leitung des Hotels an seine beiden Söhne. Heute ist der Familienunternehmer Senior-Chef und Prokurist im Blauen Engel.

Marc Arendt, Geschäftsführer Ringhotel Residenz Alt Dresden
Mit seinem Schwager gründete der gelernte Koch Marc Arendt eine GmbH und übernahm zwei Häuser in Dresden die im April 1993 eröffnet worden. Heute ist es eines der wenigen privat geführten Hotels in der Landeshauptstadt und gehört schon lange Zeit zur Kooperation Ringhotel. Seit vielen Jahren engagiert sich Herr Arendt für den Tourismus in Dresden und darüber hinaus. Er ist stellvertretender Sprecher der Dresden Hotel Allianz, Mitglied der IHK-Vollversammlung und leitet den Fachausschusses Gastronomie/Tourismus der IHK Dresden.

Manfred Böhme, Direktor LTV SACHSEN
Seit 1991 ist Manfred Böhme als Direktor des LTV SACHSEN tätig. In diesem Jahr begeht er sein 25-jähriges Dienstjubiläum und ist damit der Dienstälteste auf Landesebene im Deutschlandtourismus. Sein "Steckenpferd" ist die politische Kommunikation. Damit ist er beim LTV SACHSEN genau richtig: Der Verband agiert als Mittler zwischen Politik und Tourismuswirtschaft. Stets die Aufgabe im Blick, die Interessen des mittelständisch und kommunal geprägten Tourismus in Sachsen zu vertreten. Manfred Böhme wird von den Mitgliedern als kompetenter Sparringspartner in touristischen Fragen mit einer sympathischen, persönlichen Ausstrahlung sowie als souveräner und kreativer Moderator geschätzt.

ANZEIGE